Dem internationalen Kalender zufolge ist die erste Woche des Jahres 793 n. Chr. die Woche, in der der erhabene, berühmte, iranische Sprachwissenschaftler “Sibbuye” starb. Sibbuye war der Erste, der "die Grammatik" der arabischen Sprache niederschrieb. Sibbuye ist ebenso ein in der persischen Literatur hoch angesehene Persönlichkeit.
Er wurde in der Stadt Beyzâ in der Provinz Fârs geboren. In welchem Jahr er geboren wurde, ist nicht bekannt (vermutet wird 760 n. Chr.). Geschichtlich gesehen ist er deswegen wichtig, weil er der Erste war, der für die arabische Sprache eine Grammatik geschrieben und die Laute und Stimmen dieser Sprache genau definiert hat. Die Vokale „O“ (1), „A“ (2), „E“ (3), und die „Nunation“ (4) sind seine Erfindungen. Aufgrund dessen bekam er den Beinamen „Sibbuye-ye Nahvi“ (Sibbuye, der Grammatiker)(5).
Ohne seine Mühen, die zu seiner Zeit eine Meisterleistung waren, hätte die arabische Sprache sich nicht entwickeln können, und die Festigung dieser Sprache wäre nicht möglich gewesen. Somit, waren es ein Iraner, die für Araber die Grammatik niederschrieb. Sibbuye bedeutet wortwörtlich jemand, der nach Apfel duftet. Die arabische Aussprache des Namens lautet anders als im Persischen (6). Zum Anlass seines Todestages ein kurzer Hinblick auf die internationale Bedeutung der persischen Literatur: Wenn der Begriff „die Literatur einer Nation“ genannt wird, wird „sie“ insgesamt (im Laufe der Geschichte) beurteilt. Unter dem Begriff „persische Literatur“ gehören alle Texte, die entweder in Prosa oder in Versen, Fiktionen oder Dokumentationen und Berichten, im Iran und durch Iraner und Persischsprachigen auf der ganzen Welt im Laufe der Zeit/Geschichte zusammengestellt und verfasst wurden. Der Einflussbereich der „persischen Literatur“ schloss das gesamte antike persische Imperium ein, das im 19 Jahrhundert Opfer der Machtintrigen und der Habgier der europäischen Kolonialisten wurde. Aus diesem Grund beinhaltet die persische Literatur, die Literatur des heutigen Irans, gestammten Mittelasiens, Ostirans (von Afghanistan bis zum Indus Fluss), Kaschmirs, Kaukasus und des ehemaligen Westirans.
Wir wissen auch, dass Jahrhunderte lang die Hofsprache der indischen und osmanischen Imperatoren und der indischen und südrussischen Intellektuellen Persisch war. Amir Xosrou Dehlavi (7) und Mohammad Eqbâl (Lâhuri) (8) sind Beispiele. Nach der Gründung des Pakistans wurde die Nationalhymne dieses Landes in Persisch verfasst. Auch jetzt werden alle Texte, die in Afghanistan, Tadschikistan und egal wo, durch Persischsprachige verfasst wurden, als persische Literatur benannt und bezeichnet.
In allen Lexika wird die persische Literatur als eine der mächtigsten und verbreiteten Literaturen der Welt bezeichnet; diese beansprucht dann für sich zusammen mit „Avesta“ eine 3000 Jahre alte Vergangenheit. Die persische Literatur erreichte ihre beste Qualität im Altertum. In dieser Epoche lesen wir in der persischen Literatur das Verhalten der Großen den Untertanen gegenüber, über das gesellschaftliche Leben mit Ratschlägen für alle, ob jung oder alt, ob Staatsdiener oder einfacher Mann. Die Fülle an Gedichten in der persischen Literatur ist die Bekanntmachung der Weitsichtigkeit und der Weltanschauung der Menschen, die persischsprachig sind und diese Sprache als „Dichtungs- und Poesiesprache“ bekannt gemacht haben; das verdanken wir der Samaniden Dynastie (Sâmâniyân سامانیان), dem erhabenen Ferdosi und den Dichtern des 9. bis 13. Jahrhunderts, die zum größten Teil aus Ostiran, Nordostiran (Afghanistan und Mittelasien) und Pârs waren. Diese Gedichte haben auch die iranische Musik stark beeinflusst, so dass diese sich von der Musikrichtung anderer Nationen auszeichnet.
Die Literatur einer Nation kennt keine festgelegte Grenze, daher ist diese das Zeugnis der Einigkeit der Menschen, von denen diese entstanden ist und gehört allen; sie sind alle daran beteiligt und genießen den gemeinsamen Besitz dieser Literatur. Es ist uns eine Ehre, dass das Buch „Kâvusnâme“ کاووسنامه (Qâbusnâme قابوسنامه ), das vor 11 Jahrhunderten von einem Prinzen aus Mâzandarân (Masenderan) in der Ziyâriden Dynastie (آل زیار – زیاریان) geschrieben. später in allen Sprachen übersetzt wurde; erst in Griechisch, dann Hebräisch, Spanisch, Latein (alt Italienisch), Deutsch, Englisch (durch Sir Thomas North), Französisch und...
Übrigens, ist gut zu wissen, dass die Literatur in der arabischen Welt ihren Anfang im 8. Jh. mit der Übersetzung des Buches „Kelile va Demne (کلیله و دمنه (9 vom Pahlavi ins Arabische durch „Ruzbe روزبه“ (Ebn-e Moqaffa’ ابن مقفع) hat. Trotz dieses großartigen Werkes hatte „Mansur“ der Abasiden Kalif, der durch die militärische Unterstützung der Iraner sein Kalifat bekam, Ruzbe hinrichten lassen!
Hätte Sibbuyeh für die arabische Sprache keine Grammatik geschrieben, hätte diese Sprache keine Gleichmäßigkeit in der Schrift und in der Aussprache (Akzent und Dialekt) behalten können.
Anmerkungen von ©Fartâb Pârse:
(1) „O“ Über einem (zuvor zu sprechenden) Konsonanten geschriebenes Zeichen, das den kurzen Vokal „O“ bezeichnet, ausgesprochen wie „O“ in „Otto“.
(2) „A“ Über der Zeile stehendes Zeichen des undehnbaren Vokals „A“ , ausgesprochen wie „A“ in „Achtung“.
(3) „E“ Benennung des unter der Zeile stehenden Zeichen, das den Kurzvokal „E“ wiedergibt, ausgesprochen wie „E“ in „Emil“.
(4) Die Endung –n der unbestimmten Form des arabischen Substantivs; Benennung des über der Zeile befindlichen Zeichen (X), das in der persischen Sprache über die Buchstaben ا und ه am Ende des Wortes gesetzt wird, wie شفاهاً („šafâhan“, mündlich) in Deutsch „an“ wie in „Anton“; ausgesprochen „daf’atan“ (Deutsch: plötzlich) in Deutsch „an“ wie in „Anton“ ausgesprochen „en“ wie in „eben“, ausgesprochen „on“ wie in „Anton“.
(5) Nahv: ein arabisches Wort und bedeutet „die Grammatik“; Nahvi heißt „der Grammatiker“.
(6) In Arabisch: Sibawayhi
(7) Amir Xosrou Dehlavi: 1230 – 1304 n. Chr. Der indische Dichter, der in Persisch dichtete und als indischer „Sa’di“ berühmt war. Er beherrschte die Sprachen Persisch, Arabisch, Türkisch und Sanskrit perfekt.
(8) Moham’mad Eqbâl (Lâhuri): Der berühmte muslimische Dichter aus Indien 1877 – 1938 n. Chr. Er war der Erste, der die Idee eines unabhängigen Landes für die in Indien lebenden Muslimen hatte, diese Idee verursachte die Gründung des Staaten Pakistan. Er dichtete in persischer Sprache.
(9) Kalila und Damna in Deutsch, dafür bitte hier nachlesen:
http://www.afghan-aid.de/pantschatantra.htm
©Fartâb Pârse / PERSIK





