Buchvorschau: Tehraner Engel PDF Drucken E-Mail
05.05.2009 [00:00] von: iran-3.com
Rabia Özden KazanQuelle: iran-3.com

Rabia Özden Kazan ist eine der islamisch orientierten Frauen der Türkei, die ihre Beobachtungen auf der Reise in den Iran in ihrem Buch Tehrâner Engel festgehalten hat. Sie schreibt in ihrem Buch, dass im Iran nichts vom Islam zu sehen sei, es herrschten eher die Gesetze und Regeln, die das Regime im Namen des Islams setzt.

Das Buch Tehrâner Engel ist das Resümee ihrer Reise in den Iran im Ramadan des Jahres 2006. Rabia Özden Kazan ist die ehemalige Verlobte von Mehmet Ali Ağca, der am 13 Mai 1981 ein Attentat auf den damaligen Papst Johannes Paul II. durchgeführt hatte.

Das Fata Morgana eines Vorbilds

Frau Rabia Özden Kazan, die zu islamorientierten Menschen in der Türkei gehört, schreibt im Vorwort ihres Buches „Tehrâner Engel“ über den Grund ihrer Reise in den Iran: „Der Iran ist seit der 79er Revolution zu einem Vorbild für eine islamorientierte Welt geworden. Eine große Zahl an muslimischen Frauen außerhalb des Irans sehnt sich nach einem Leben nach islamischen Vorstellungen im Iran. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden in den Iran zu reisen“.

Der Enthusiasmus und das außerordentliche Interesse der jungen Muslimin für ein Leben in einem Land, das sie nun „das Fata Morgana eines Vorbildes“ nennt, dauerten nur 20 Tage.

Rabia Özden Kazan beschreibt ihre Beobachtungen, Gespräche, die sie mit in Zeitehe [siqe] lebenden Frauen führte, und den Vergleich zwischen den iranischen Frauen und den Musliminnen in der Türkei als ein Licht, das den Weg für Leute wie sie erhellen soll, damit sie kein imaginäres Bild mehr vom Iran haben.

Frau Özden Kazan schreibt in einem Teil ihres Buches: „junge Iraner und Iranerinnen trinken auf Partys und verschiedenen Anlässen alkoholische Getränke wie das Wasser“; sie hat mit eigenen Augen gesehen, wie iranische Männer und Frauen nach hollywoodschen Liebesszenen flirteten und sich liebten.



Ein Siqe-Angebot an die türkische Autorin

An einem Abend nach dem Abendmahl im Monat Ramadan hat ihr ein älterer Mann ein Siqe-Angebot für 500 Dollar unterbreitet; wie sie selbst schreibt: „Der alte Mann schlug mir vor eine Nacht mit ihm gegen Bezahlung zu schlafen, und um das zu besiegeln, solle man ein paar Wörter auf Arabisch aufsagen, und dann das Ritual von Siqe durchzuführen. Das Ganze nur, um die Erniedrigung gesetzlich zu festigen und zu benennen“.

Rabia Özden Kazan schreibt weiterhin in Tehrâner Engel: „Ich will die Tyrannei und die Gewaltanwendung des islamischen Regimes im Iran enthüllen. Aber beachten Sie bitte, dass ich nicht von der Gewaltanwendung im Islam spreche. Das, was ich vom Islam gelernt habe, ist der Islam des Moulanas, der Islam, der die Liebe, die Ehrlichkeit, die Freundschaft und Freiheit für alle Menschen auf der Welt schenkt, aber nicht der Islam des Regimes im Iran“.

Sie betont: „Im Islam gibt es keinen Beischlaf der Frauen mit fremden Männern gegen Bezahlung“.

Sie schreibt weiter: „Dies (Iran) ist ein Ort der Widersprüche und Tragödien. Warum entscheiden iranische Frauen nicht über ihr eigenes Leben, warum sind sie machtlos? Ich kann hier in der Türkei leben, wo ich möchte, aber im Iran tadelt man Frauen und fragt: "Warum sitzt Du überhaupt hier?“.

Die islamisch orientierte, türkische Autorin schreibt am Ende ihres Buches: „Dort (im Iran) herrscht kein Islam; das, was ich gesehen habe, sind eher Gesetze und Regel des Ahmadi Nežâd und seinesgleichen“.

Nach türkischen Medien wird das Buch Tehrâner Engel in türkischer und englischer Sprache im kommenden Juni erstmals in Italien, Amerika und der Türkei veröffentlicht.

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Übersetzung: ©Fartâb Pârse / PERSIK

 

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